Ja, Lovoo ist seriös. Hinter der App steht die PE Digital GmbH in Hamburg, im Handelsregister eingetragen, also dieselbe Firma, die auch Parship und ElitePartner betreibt. Die Grundfunktionen sind gratis und werden durch Werbung finanziert, bezahlt wird nur für Extras, und alle Preise stehen laut AGB vor dem Kauf da. Kündigen und widerrufen geht online über einen eigenen Link. Gegen Spam und Fake-Profile arbeitet ein Team, das sich um nichts anderes kümmert.
So habe ich geprüft: Ich habe Impressum, AGB, Datenschutzhinweise, die Presseseite und die Seiten zum Kampf gegen Fake-Profile auf lovoo.com gelesen. Ein eigenes Konto hatte ich bei Lovoo nie, Swipen war noch nie meine Disziplin. Geprüft wird nach denselben Punkten wie bei allen Plattformen im Dating-Seiten-Check.
| Kriterium | Resultat | Was ich gefunden habe | Quelle |
|---|---|---|---|
| Impressum komplett | ✓ ja | PE Digital GmbH, Speersort 10, 20095 Hamburg, Deutschland | Über uns |
| Firma im Register | ✓ ja | HRB 77766, Amtsgericht Hamburg | Über uns |
| Konzern bekannt | ✓ ja | ParshipMeet Group, mehrheitlich im Besitz der ProSiebenSat.1 Media SE | Presse |
| Preise vor dem Kauf | ✓ ja | «Alle Preise und Bedingungen werden vor dem Kauf klar kommuniziert.» | AGB, Ziffer 4 |
| Kündigung online | ✓ ja | Link «Verträge widerrufen oder kündigen» auf der Webseite und in der App | AGB |
| Widerruf | ✓ ja | 14 Tage laut AGB, online über denselben Link | AGB, Ziffer 22 |
| Anti-Spam-Team | ✓ ja | Eigenes Team, Erkennung per Machine Learning, dazu manuelle Kontrolle | Fighting Fake |
| Verifizierung | ✓ ja | Foto- und SMS-Verifizierung, verifizierte Profile sind gekennzeichnet | Fighting Fake |
| Altersgrenze | ✓ ja | Ab 18, bei Zweifeln biometrische Altersprüfung oder amtlicher Ausweis | AGB, Ziffer 3 |
| Melden und Blockieren | ✓ ja | Über das Symbol «Optionen» in jedem Profil | Fighting Fake |
| Schweizer Datenschutz | ✓ ja | Eigener Abschnitt zum Schweizer Datenschutzgesetz | Datenschutzhinweise |
Lovoo wurde in Dresden gegründet und ist laut eigener Startseite seit 2011 «der Ort, an dem du neue Leute kennenlernst». Heute gehört die App zur ParshipMeet Group, an der die ProSiebenSat.1 Media SE laut Presseseite mehrheitlich beteiligt ist. Betrieben wird sie von der PE Digital GmbH in Hamburg. Das Impressum nennt Geschäftsführer, Handelsregisternummer, Umsatzsteuernummer, eigene Adressen für Kontakt, Support und Datenschutz und sogar eine Jugendschutzbeauftragte.
Wer die Namen kennt, merkt schnell: Das ist dieselbe Firma mit derselben Handelsregisternummer wie bei Parship und ElitePartner. Lovoo ist also das lockere Geschwister zweier Partnervermittlungen, die seit über zwanzig Jahren im Geschäft sind. Für dich heisst das: Hinter der App stehen eine grosse Firma und ein Kundendienst, der nicht morgen verschwindet.
Einen .ch-Auftritt gibt es nicht. Lovoo läuft international unter lovoo.com, laut Presseseite in neun Sprachen, und zählt die Schweiz zu seinen Kernmärkten, neben Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und Italien. Die AGB unterstehen deutschem Recht, zwingendes Recht deines Wohnlandes bleibt laut AGB vorbehalten.
Lovoo sagt selbst, wofür es da ist: «Für Freundschaft. Für Liebe. Für alles dazwischen.» Das ist keine Partnervermittlung mit Fragebogen, sondern eine Community zum Chatten und Kennenlernen. Wer offen ist und schauen will, wer in der Nähe ist, liegt hier richtig. Einen Persönlichkeitstest gibt es nicht, Vorschläge kommen aus einem Empfehlungssystem, das die AGB in einem eigenen Abschnitt erklären.
Die wichtigsten Funktionen:
Anmelden darfst du dich ab 18. Eine Altersverteilung der Mitglieder veröffentlicht Lovoo nicht, ebenso wenig eine aktuelle Mitgliederzahl.
Lovoo hat ein Team, das sich laut eigener Seite ausschliesslich mit Anti-Spam-Massnahmen beschäftigt. Die Technik dahinter beschreibt Lovoo so: Das Programm «erkennt Spam-, Scam- und Fake-Profile automatisch und halb-automatisch», mit Machine Learning. Aggressive Spam-Profile werden «in der Regel schon nach wenigen Sekunden identifiziert». Was die Maschine nicht sicher einordnet, landet bei der internen Qualitätskontrolle, beim Kundendienst oder kommt über Meldungen von Mitgliedern rein und wird von Hand gesperrt.
Dazu kommen ein paar Hürden, die Betrügern das Leben schwer machen. Ungültige und doppelte E-Mail-Adressen werden blockiert, die Übertragung ist verschlüsselt, Profile mit wenig Verifizierung haben nur eingeschränkten Zugriff, und wer gesperrt wurde, muss sich per Foto oder SMS verifizieren, bevor er wieder schreiben darf. Inaktive und gesperrte Profile, die sich nicht neu bestätigen, verschwinden.
Die Foto-Verifizierung ist freiwillig und stellt laut Lovoo sicher, dass die Person auf den Fotos auch die ist, die hinter dem Profil steckt. Verifizierte Profile sind gesondert gekennzeichnet. Lovoo schreibt übrigens selbst ganz offen, dass keine Technik jedes Fake-Profil erkennt. Genau dafür gibt es in jedem Profil unter «Optionen» den Knopf zum Melden und Blockieren. Ich mag diese Ehrlichkeit, sie ist die Einladung, mitzuhelfen.
Wie erkennst du Fake-Profile bei Lovoo? Mit denselben Handgriffen wie überall:
Ob ein Gespräch typische Muster zeigt, kreuzt du in zwei Minuten im Love-Scam-Check an. Wenn du glaubst, an einen Betrüger geraten zu sein: melden in der App und Anzeige über die Cybercrimepolice.
Die AGB sagen es in einem Satz: «Die Nutzung der LOVOO Dienste ist im Allgemeinen kostenlos und wird durch Werbung unterstützt.» Wer mehr will, kann einmalig zahlen, virtuelle Güter wie Credits oder Eisbrecher kaufen oder ein Abo mit verschiedenen Laufzeiten abschliessen. Eine öffentliche Preisliste gibt es nicht. Den Preis siehst du vor jedem Kauf in der App oder auf der Webseite, und das gehört laut AGB ausdrücklich dazu.
Für Frauen ist Lovoo genauso kostenlos wie für Männer: Die Grundfunktionen sind für alle gratis, und unterschiedliche Preise nach Geschlecht nennt Lovoo nirgends. Ob du überhaupt etwas kaufst, entscheidest du selbst.
Hier ist Lovoo angenehm grosszügig. Laut AGB kannst du ein Abo bis 24 Stunden vor Ablauf der gewählten Laufzeit kündigen. Tust du es nicht, verlängert es sich automatisch. Wie lange die Verlängerung läuft, erfährst du während der Bestellung. Nach einer Verlängerung kannst du jederzeit kündigen, mit einer Frist von höchstens einem Monat. Der Rechner ist auf einen Tag Frist eingestellt, stell ruhig mehr ein, wenn du gern Puffer hast.
Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, wo du bezahlt hast. Auf der Webseite und in der App gibt es den Link «Verträge widerrufen oder kündigen»: auf der Webseite im Seitenfuss oder eingeloggt unter «Mehr», in der App unter «Profil» und «Einstellungen». Hast du über Apple gekauft, kündigst du im App Store. Bei Google oder PayPal geht es über den jeweiligen Anbieter oder in Textform direkt bei Lovoo, per E-Mail oder Brief mit Bestell- oder Transaktionsnummer.
Wichtig ist die Reihenfolge, wenn du ganz gehen willst. Laut AGB löscht die Kündigung eines Abos nicht automatisch dein Konto, und das Konto löschst du seperat mit «Konto löschen», jederzeit und ohne Frist. Also: erst das Abo kündigen, dann das Konto löschen, dann bist du auf der sicheren Seite.
In der Schweiz gibt es kein allgemeines Widerrufsrecht für Verträge im Internet, das Obligationenrecht sieht es nur für Sonderfälle vor. Lovoo räumt in Ziffer 22 der AGB trotzdem eines ein: «Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen.» Ausgeübt wird es online über denselben Link wie die Kündigung.
Diese Regel kommt aus dem deutschen und europäischen Verbraucherrecht, dem die AGB unterstehen. Ich lese sie als Angebot laut AGB und würde mich nicht auf mehr verlassen, als dort steht. Wer sich vertan hat, widerruft rasch und speichert die Bestätigung. Allgemeine Tipps zu Abos im Netz gibt die Stiftung für Konsumentenschutz.
Die Datenschutzhinweise gelten für den Europäischen Wirtschaftsraum, die Schweiz und Grossbritannien und haben einen eigenen Abschnitt zum Schweizer Datenschutzgesetz. Daten können an Empfänger ausserhalb Europas gehen, vor allem in die USA, laut Lovoo mit den gesetzlich vorgesehenen Garantien. Für Fragen gibt es eine eigene Datenschutz-Adresse, und für den Schweizer Rahmen ist der EDÖB die richtige Stelle.
Beide sind seriös und beide funktionieren mit dem Wisch. Der Unterschied liegt im Drumherum. Lovoo hat mit der Umgebungsliste und der Date Map einen starken Fokus auf Leute in deiner Nähe, dazu Live-Streams, und die Grundfunktionen sind durch Werbung finanziert gratis. Tinder kennt jeder, es ist schlanker und ganz aufs Matchen gebaut. Besser ist, was zu dir passt: Wer gern chattet und spontan schaut, wer gerade online ist, fühlt sich bei Lovoo wohl. Wer eine feste Beziehung mit wissenschaftlichem Matching sucht, bleibt bei derselben Firma und wechselt zu Parship, oder schaut sich be2 an. Und wer einfach neugierig ist, lädt Lovoo herunter und schaut sich die Umgebungsliste an.
Ja. Eingetragener Betreiber in Hamburg, derselbe wie bei Parship und ElitePartner, ein eigenes Anti-Spam-Team, Verifizierung, Melden in jedem Profil und Kündigung per Link.
Die Grundfunktionen nichts. Für ein Abo mit verschiedenen Laufzeiten oder für Credits zeigt Lovoo den Preis vor dem Kauf an. Eine öffentliche Preisliste gibt es nicht.
Anders. Lovoo setzt stärker auf Leute in deiner Umgebung und auf Live-Streams, Tinder ganz aufs Swipen. Beide sind seriös.
Auf die Verifizierungs-Kennzeichnung achten, Fotos durch eine Bildersuche schicken, früh einen Videoanruf vorschlagen und niemals Geld schicken. Verdächtige Profile meldest du über «Optionen».
Ja, die Grundfunktionen sind für alle kostenlos. Unterschiedliche Preise für Frauen und Männer nennt Lovoo nicht.
Für alle ab 18. Eine Altersstatistik veröffentlicht Lovoo nicht. Bestehen Zweifel am Alter, kann Lovoo eine biometrische Prüfung oder einen Ausweis verlangen.
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