Du siehst gleich zehn Porträts. Manche zeigen echte Menschen, manche hat ein Bildgenerator ausgespuckt. Bei jedem Bild tippst du auf «echt» oder «KI». Das ist das ganze Spiel.
Es gibt keine Zeitbegrenzung und keinen Trick. Ich habe keine Bilder ausgesucht, die absichtlich in die Irre führen, etwa echte Fotos mit so viel Filter, dass sie künstlich wirken. Die echten Porträts stammen aus freien Bildarchiven, die generierten aus einem gängigen Gesichtsgenerator, wie er auch für Fake-Profile benutzt wird. Also genau die Sorte Bild, die dir auf einer Dating-App oder in einer Freundschaftsanfrage begegnen kann. Alle Bilder sind gleich gross zugeschnitten, damit nicht schon das Format etwas verrät, und keines davon zeigt eine bekannte Person.
Nimm dir pro Bild ruhig ein paar Sekunden. Schau nicht nur ins Gesicht, sondern an die Ränder: Ohren, Haare, Brille, das, was hinter der Person passiert. Wer nur auf die Augen achtet, liegt erstaunlich oft daneben. Ich übrigens auch, beim ersten Durchgang meines eigenen Quiz (das war peinlich, ich hatte die Bilder selber ausgewählt und trotzdem zwei falsch getippt).
Dein Ergebnis wird nirgends gespeichert. Das Quiz rechnet in deinem Browser, schickt nichts an einen Server und merkt sich nichts, sobald du die Seite verlässt. Es gibt auch keine Rangliste. Du kannst also ohne schlechtes Gewissen raten, schummeln oder es fünfmal hintereinander machen.
Nach dem letzten Bild bekommst du deine Punktzahl und für jedes Porträt eine kurze Erklärung, woran man es hätte erkennen können. Bei den echten Bildern steht dort, warum sie echt aussehen, obwohl sie vielleicht verdächtig wirkten. Diese Erklärungen sind eigentlich der wichtigere Teil. Die Punktzahl ist eher dazu da, dass du dich ein bisschen ärgerst und dir die Merkmale darum besser merkst.
Ein Hinweis noch: Das Quiz ist ein Training für das Auge, kein Werkzeug, mit dem du ein fremdes Profil sicher einordnen kannst. Dafür gibt es bessere Methoden, zu denen ich unten verlinke.
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Bild 1 von 10Echt. Die Haare stehen einzeln ab und werfen kleine Schatten, der Hintergrund ist überbelichtet wie bei einem Handyfoto gegen die Sonne, und sie schaut nicht in die Kamera. Porträts aus diesem Generator schauen fast immer frontal.
Bild 2 von 10KI. Kaum ein Fehler zu sehen, und genau darum ist es fies. Die Augen sitzen exakt in der Bildmitte, wie bei allen Bildern aus diesem Generator, und der Hintergrund ist ein gleichmässiger grüner Brei ohne einen einzigen Gegenstand.
Bild 3 von 10Echt. Studiohintergrund, eine Brille mit sauberen Bügeln, die hinter den Ohren verschwinden, und ein schiefes Lächeln. Der Kopf ist gedreht und sitzt nicht in der Mitte.
Bild 4 von 10KI. Schau auf die Mauer dahinter: Steine ohne Kanten, wie nasses Aquarell. Und der rechte Brillenbügel verliert sich irgendwo im Haar.
Bild 5 von 10KI. Der graue Hintergrund ist glatt wie beim Passfoto, aber der Ausschnitt des Oberteils ist nur ein dunkler Fleck ohne Naht und ohne Stoff. Die zwei Brillengläser sind nicht ganz gleich geformt.
Bild 6 von 10Echt. Die Blätter hinter ihr sind einzelne, scharf gezeichnete Blätter, der Ohrstecker ist ein richtiger Stecker und der Kopf ist geneigt. Ein Profifoto, aber ein echtes.
Bild 7 von 10KI. Rechts gehen die Haare in etwas über, das weder Schulter noch Hintergrund ist, und das Oberteil hat keine Form. Die Zähne sind leicht verwaschen.
Bild 8 von 10Echt. Die Sonnenbrille auf dem Kopf hat zwei gleiche Bügel, Poren und Bartstoppeln sind scharf, und im Hintergrund sind unscharfe, aber echte Formen zu sehen.
Bild 9 von 10KI. Wieder die Augen genau in der Mitte. Der Kragen unten links ist ein Muster, das es nicht gibt, und hinter dem Kopf ist grüner Nebel statt Äste.
Bild 10 von 10Echt. Die Brille sitzt schief, die Haare sind zerzaust und kein bisschen symmetrisch, dahinter stehen Bäume mit einzelnen Ästen. Unperfekt, also wahrscheinlich echt.
Wenn du unter 7 liegst, bist du in bester Gesellschaft. Die meisten Leute, die das Quiz bei mir ausprobiert haben, landeten irgendwo in der Mitte, und das ist fast dasselbe wie raten. Das heisst nicht, dass du schlecht hinschaust. Es heisst, dass generierte Gesichter inzwischen so gut sind, dass das Bauchgefühl nicht mehr reicht.
Wenn du 8 oder mehr hast: gut gemacht, aber verlass dich nicht zu sehr darauf. Die Generatoren lernen jedes Jahr dazu, und die Fehler, die du heute erkennst, sind in der nächsten Version vielleicht verschwunden.
Die neun Merkmale, auf die ich selber achte, erkläre ich ausführlich in KI-Fotos erkennen. Und weil ein Foto allein nie genügt, steht in der Anleitung Profil prüfen, wie du mit Bildersuche, ein paar gezielten Fragen und einem kurzen Videoanruf herausfindest, ob hinter einem Profil ein echter Mensch steckt. Das zuverlässigste Signal ist nähmlich nicht das Gesicht, sondern das Verhalten.
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