Claudia Medina in Bern

Gepostet am Okt 27, 2015


Amnesty International engagiert sich seit Mai 2014 für Claudia Medina, die 2012 in den Händen der Marine Opfer von physischer, psychischer und sexueller Folter wurde. Wir von der Frauengruppe haben für Claudia Medina Briefe an die mexikanische Regierung geschrieben. 2015 wurde Claudia Medina freigesprochen, die mutmasslichen Täter sind jedoch bis heute nicht verurteilt worden. Claudia Medina setzt sich seit ihrer Haftentlassung weiterhin für die Gerechtigkeit in Mexiko ein. Sie verlangt eine öffentliche Entschuldigung von der mexikanischen Regierung und setzt sich dafür ein, dass nicht noch weitere Frauen in Mexiko Folter erdulden müssen.

Zusammen mit den anderen Berner AI-Gruppen organisierten wir am 9. Oktober 2015 im Käfigturm eine Veranstaltung mit Claudia Medina und ihrem Anwalt Luis Tapia, der für die Menschenrechtsorganisation Centro Pro DH arbeitet. Tapia engagiert sich seit Jahren für Opfer von Folter.

Tapia erklärte auch die Gründe für die Verbreitung der Folter in Mexiko: Die wichtigste Ursache ist die komplette Straflosigkeit (in 98% der Fälle geschieht nichts). Mit Folter erzwingen Polizei, Militär und Marine Geständnisee von den festgenommenen Personen. Dabei geht es nicht darum, dass die Behörden ein Verbrechen tatsächlich aufklären – umfassende Ermittlungen finden häufig nicht statt und es wird einzig auf das erzwungenge Geständnis abgestellt – sondern darum, dass ein Schuldiger präsentiert werden kann und die Behörden gut dastehen.

Claudia berührte mit ihrer Geschichte das Publikum, da sie sehr direkt und ausführlich über die erlebte Folter sprach. Ausserdem bedankte sie sich bei den Amnesty-Aktivisten und Aktivistinnen, da ihr die Unterstützung von Amnesty viel Kraft gegeben habe, um ihren Kampf gegen die Straflosigkeit fortzusetzen.